Ben Jusuf von Arabien.

Siwa

Siwa war bis vor kurzem die unerreichbarste aller ägyptischen Oasen, es ist zugleich auch eine der faszinierendsten Oasen des Landes. Am Rande des großen Sandmeeres gelegen, blickt die Oase auf eine bewegte Geschichte, darunter den Besuch Alexander des Großen, der hier 331 v.Chr. das Orakel befragte. Die Oasenbevölkerung hat ihre eigene Kultur und spricht Siwi, einen Berberdialekt. Viele Frauen tragen noch heute traditionelle Kleidung und Silberschmuck, wie er im lokalen Museum im Stadtzentrum zur Schau gestellt ist. Siwa ist nach wie vor einer der besten Orte um Schmuck, Teppiche, Körbe und traditionelle Kleider und Kopfschmuck mit antiken Münzen zu kaufen.
Die ursprüngliche Siedlung hieß Aghurmi, 1203 wurde dann Shali gegründet. Die Häuser waren aus mit Salz imprägnierten Lehmziegeln, so genannten Kharsif gebaut, und die festungsartige Siedlung wuchs in die Höhe statt in die Breite. Das moderne Siwa liegt unterhalb Shali, inmitten dichtbewachsener Palmgärten, Obstbaum- und Olivenhainen, Süßwasserquelle und Salzseen. Von der verlassenen Altstadt aus haben sie einen hervorragenden Blick auf die gesamte Oase. Für Ausflüge in die Umgebung und zu den Badequellen können Sie ein Fahrrad oder einen Eselskarren mieten. Sehenswert sind unter Anderem die Gräber am Gebel Mawtaaus der 26. Dynastie und der Orakeltempel, der um 550 v. Chr. erbaut wurde. In der Nähe befindet sich ein Amuntempel und das berühmte Bad der Kleopatra, ein tiefes Becken in dem Sie baden können. Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel ist die Insel Fatnis, auf dem Salzsee Birket Siwa.
 

pic 7 pic 8 pic 9

 

Bahariya

(Oase 380 km südwestlich von Kairo).
 
Ca. 300 v.u.Z. Wurde hier der inzwischen verfallenen Tempel zu Ehren Alexander des Großen und des griechischen Halbgottes Herakles erbaut.
Im Jahr 1996 wurde hier das „Tal der Mumien“ entdeckt, ein etwa 36 Quadratkilometer großer Friedhof, der zwischen 332 v.u.Z. und dem 4. Jahrhundert n.Chr, benutzt wurde.
 

Tal der Mumien

1996 wurde bei der Oase Bahariya der große Friedhof entdeckt. Von der Eroberung durch Alexander den Großen 332 v.u.Z. bis zum 4. Jahrhundert, als Ägypten unter römischer Herrschaft stand, wurde hier bestattet, in der Oase dürften etwa 30.000 Menschen gelebt haben, vor allem Bauern, Winzer und Handwerker.
Nach Alexander dem Großen erlebte Ägypten eine neue Blüte. Der Handel blühte wieder auf, aus anderen Ländern wurden neue Technologien übernommen, die Bevölkerungszahlen stiegen, es war eine Zeit der politischen Stabilität. Da sich die Ägypter nicht mehr um die Landesverteidigung kümmern mussten, hatten sie viel mehr Zeit, für die schönen Seiten des Lebens und für die Vorbereitung auf das Jenseits.
Während der Zeit der Pharaonen hatten sich nur die Könige und Adligen Mumienmasken leisten können, jetzt konnte dies auch die allgemeine Oberschicht und sogar der Mittelstand. Viele Gebräuche hatten sich aber gewandelt, wurden nicht mehr akzeptiert oder waren sogar vergessen.

Mumie
"In griechisch-römischer Zeit sahen die meisten Ägypter in der Mumifizierung nur noch eine alte Gewohnheit. Sie führten die Tradition weiter, aber möglicherweise wussten sie nicht mehr, weshalb." (N.Iskander, Generaldirektor Ägyptisches Museum Kairo).
Die bisher in Bahariaya freigelegten Mumien waren nur in den seltensten Fällen in Särgen bestattet und auch nicht immer in traditioneller Weise nach Osten ausgerichtet. Teilweise gibt es auch Mehrfachbelegungen der Gräber. Auch sind keine Kanopengefäße mehr zu finden, die vier Horussöhne wurden symbolisch auf die Umhüllung der Mumie gezeichnet.
 
Eine der Mumien trägt einen fliegenden Falken aus Gold als Kopfschmuck, der vermutlich das alte Adelssymbol Horus darstellen soll. Sie ist, wie auch noch andere, in eine vergoldete und bunt bemalte Kartonage gehüllt, die zeigt, dass der
Ausgrabungen
Besitzer früher reich gewesen sein muss. An der Totenmaske ist der griechische Einfluss der Kunst deutlich erkennbar die Darstellung der Locken, einer langen Adlernase und großer Augen. Anders als bei den alten Pharaonenmasken wie die der Tut-anch-Amun sind diese nicht mehr aus massivem Gold sondern aus mit nur einer sehr dünnen Goldschicht überzogenem Gips. Solche reich geschmückten Mumien zeugen von der sozialen Stellung einer Familie.
 
Einige der bisher gefundenen Mumien wurden in einem Sarkophag aus Ton beigesetzt. Die Ausgrabungen im Tal der Mumien haben eigentlich erst begonnen und werden noch einige Jahre andauern und sicher auch das eine oder andere überraschende zu Tage fördern.
 
<<< Zurück            nach oben            Home            Weiter >>>